Fachwartetagung in Nordrach

Fachwarte für Naturschutz und Heimatpflege des Bezirks Kinzigtal tagten in Nordrach / Erhalt und Pflege der Backschmiede beeindruckte.

Nordrach / Gutach / Mittleres Kinzigtal (hgh). Alljährlich treffen sich die Fachwarte des Bezirks Kinzigtal im Schwarzwaldverein innerhalb ihrer speziellen Aufgabenbereiche, um sich gegenseitig zu beraten. Seit einigen Jahren hat man sich bezüglich des Naturschutzes und der Heimatpflege auf eine engere Kooperation verständigt. Leider konnte die eine oder andere der genannten Funktionen bei einigen Ortsgruppen in den vergangenen Jahren nicht mehr besetzt werden.

Wechselweise steht je ein besonderes aktuelles Projekt im Fokus, um  daraus Anregungen für die Arbeit vor Ort mit nach Hause zu nehmen. Am vergangenen Samstag bot sich die Gelegenheit, die originelle Backschmiede an der Straße vom Ortskern Nordrachs in Richtung zum Ortsteil Kolonie in Augenschein zu nehmen.

Karl Öhler, zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Nordrach, erwies sich dabei als profunder Begleiter durch die historische Gebäulichkeit. Er hat selbst mit Freunden  und Helfern vom Schwarzwaldverein tatkräftig dazu beigetragen, dass das beeindruckende Zeugnis eines der wichtigsten Handwerksberufes in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erhalten geblieben ist.

Die alte Backschmiede steht unauffällig links an der Landstraße direkt neben der Bushaltestelle. Ursprünglich war es lediglich ein Backhäuschen, das hier 1891 errichtet wurde. 1934 wurde es zu einer recht geräumigen Schmiede erweitert. Diese hat Karl Öhler in seinen Kindheits- und Jugendjahren noch in voller Blüte kennen und schätzen gelernt.


Das hat ihn nun in Rentnerjahren auch mit dazu angetrieben, die originelle Backschmiede für die Nachwelt erhalten zu helfen. Wie sehr er mit Herzblut daran hängt, war ihm auch anzumerken, als er der Besuchergruppe die Funktion der einzelnen Werkzeuge und Gerätschaften erläuterte. Die neugierigen Gäste versäumten es nicht, auch einen Blick in das „Oberstübchen“ zu werfen, um den mächtigen Blasebalg in Augenschein zu nehmen. Sowohl als technisch begabter ehemaliger Elektroniker wie auch als heimatverbundener Kenner der Gemeinde gelang es ihm in seiner Wort- und Sprachgewandtheit und außerdem einer Prise pfiffigen Humors die Zuhörer auf eine unterhaltsame Reise durch die technische Entwicklung bis zur Gegenwart mit zu nehmen.

Anschließend hat man sich auf einer Etappe des einfühlsam in die Landschaft integrierten Obstbrennerweges weit über dem Tal getroffen. Man konnte sich so vor Ort bei schönem Herbstwetter ein Bild davon machen, wie die Bauern hier oben in ca. 500 Metern Höhe bemüht sind, die Landschaft offen zu halten.  Beispielsweise wird durch die Produktion und Vermarktung hochwertiger Liköre und die Viehzucht zum Lebensunterhalt beigetragen. Man ist sich dabei auch der Vorzüge des ruhigen Wohnens in prächtiger Höhenlage inmitten der Natur bewusst. Dieses Engagement der Bergbauernfamilien hat insbesondere auch die Naturschutzwarte des Kinzigtals mit ihrem Bezirksvorsitzenden, Gerhard Blum  aus Gutach und seinen Mitstreitern aus Hausach und Wolfach, zutiefst beeindruckt.


Foto: Fachwarte des Schwarzwaldvereins, Bezirk Kinzigtal, zu Besuch in Nordrach