Große Trauer um Hubert Bruder

Vielseitig engagierter Nordracher starb nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren / Über 30 Jahre Vorsitzender des Schwarzwaldvereins. Hubert Bruder war zeitlebens ein Naturfreund.

Im Alter von erst 63 Jahren starb am vergangenen Freitag (16.09.) Hubert Bruder aus Nordrach. Obwohl viele von seiner schweren Krankheit wussten, rief die Nachricht von seinem Tod in der Gemeinde große Trauer und Bestürzung hervor, denn wie kaum ein anderer hatte sich Bruder in Nordrach ehrenamtlich engagiert.
Hubert Bruder war heimatverbunden und liebte die Natur über alles. Er pflegte das Brauchtum, schätzte die kulturellen Werte seines Nord­rachtals und war ein großer Kenner der Heimat und ihrer Geschichte.
Und Hubert Bruder war ein geselliger und kontaktfreudiger Mensch. Viele Menschen kannten ihn als Briefträger. Fast 40 Jahre lang brachte er die Post in die Häuser, hatte zu Spitzenzeiten zwölf Touren in Biberach, Zell, Nordrach und Oberharmersbach.
Bis kurz vor seinem Tod nahm Bruder noch am öffentlichen Leben teil. Im Offenburger Josefskrankenhaus verlor er den Kampf gegen die Krankheit.
Hubert Bruders Elternhaus stand auf den Flacken hoch über Nordrach, nahe dem Mühlstein, der für ihn zeitlebens ein ganz besonderer Ort war. Hier oben wuchs er mit fünf Geschwistern auf.  Sein Vater Georg war Jäger und er gab dem Ältesten den Zweitnamen Wendelin.
Nach der Schule erlernte Hubert Bruder zunächst bei der Firma Junker den Beruf des Mechanikers, später arbeitete er mehrere Jahre bei Ladog. Dann erfüllte er sich den Wunsch, den er schon immer hatte: Er kam zur Deutschen Bundespost und fand hier als Briefträger fast 40 Jahre lang seine berufliche Heimat bis er die Ruhephase der Altersteilzeit antrat.
Bereits 1983 hatte Hubert Bruder den heimatlichen Hof auf den Flacken übernommen und betrieb mit seiner Familie die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Zwei Mal baute er das Hofgebäude um und schuf so Wohnraum für seine Eltern Josefa und Georg sowie seine Familie. Als einer der ersten im Tal stellte er die Viehzucht auf Muttertierhaltung um, war auch Imker mit bis zu 40 Völkern.
Hubert Bruder war zwei Mal verheiratet und hatte drei Kinder aus erster und drei aus zweiter Ehe. 1993 heiratete er seine zweite Frau Ingeborg, die aus Römerstein-Böhringen stammt und die er bei einer Volkstanzwoche kennengelernt hatte. Auch sie schätzte Brauchtum und Wandern sehr, so dass die Interessen sich glichen.
Die Liste der Vereinsaktivitäten von Hubert Bruder ist lang: 27 Jahre war er Vorstand der Jagdgenossenschaft, er gehörte der Trachtengruppe Nordrach an, war auch Tanzleiter. Bruder war Mitglied des Alpenvereins und der beiden Historischen Vereine Zell und Nordrach. Ab der Gründung 1997 sorgten Ingeborg und Hubert Bruder zusammen mit Sigi Hodler als »Nordracher Spiellitt« mit historischen Instrumenten bei vielen Anlässen für Unterhaltung.
Ein halbes leben lang.
Besondere Verdienste erwarb sich Hubert Bruder aber im Schwarzwaldverein Nordrach. 1967 hatte er sich dem Verein angeschlossen und war seit 1985 bis zu seinem Tod dessen Vorsitzender – sein halbes Leben lang. Zu seinen größten Verdiensten gehört die Organisation des neugestalteten Wegenetzes im Nordrachtal. Hubert Bruder erhielt zahlreiche Ehrungen, so auch das goldene Ehrenzeichen des Hauptvereins.
Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung ist am Freitag, 30. September, um 16 Uhr in Nord­rach.

Autor: Dietmar Ruh
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Foto: Jürgen Schlüter